Booten von CompactFlash
- June 17th, 2007
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Mal ne ganz neue Idee gehabt: Die Festplatte in meinem Zweitrechner war mir definitiv zu laut, was aber nicht an der Platte an sich lag, sondern an dem herausnehmbaren Festplattenkäfig im Chieftec CS-601; dummes Teil hat gerade mal ein µ Luft, reicht zum klappern aber dicke aus. Schlußfolgerung? Klar, Festplatte raus und was rein, was sich nicht dreht.
Und dieses Etwas sollte zumindest soviel Platz haben um ein Betriebssystem und evtl. die ein oder andere Software zu vertragen, und es sollte wie gesagt keine beweglichen Teile besitzen. Also fiel die Wahl auf eine 4GB CompactFlash Karte. Zum einen weil dieser Speicher “relativ” günstig ist, zum anderen, weil es für diese Karten Adapter gibt, mit denen man sie an den IDE-Bus quasi als Festplatte anstecken kann. Somit sollte auch Booten von dem Ding möglich sein.
Also ab zu eBay und folgende Sachen bestellt:
- eine Sandisk CompactFlash Ultra II für 29,99 Euro
- einen Adapter von CompactFlash auf IDE für einen ganzen Euro
Und so sieht das ganze Zeug dann aus:
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Als die Teile dann endlich da waren (die kamen logischerweise alle aus Hongkong…) konnte es auch schon losgehen mit dem Einbau. Also Adapter eingebaut, an Primary Master gehängt, Strom angesteckt, CF-Karte rein, alte Festplatte abgesteckt und Rechner an. Wunderbar. Mühle springt an, Windows erkennt das Laufwerk. Wunderbar.
Also die neue Platte (die CF-Karte) mit NTFS formatiert und die Installation kann beginnen. Lief dann auch problemlos. Dann wollte das Setup-Programm vom Textmode in den grafischen Modus wechseln. Dafür rebootet die Maschine ja. Also schnell CD aus dem Laufwerk und rebooten lassen. Ha ha, System kann nicht booten, findet wohl keinen Bootrecord. Also Win-CD wieder rein, Wiederherstellungskonsole, fixboot, fixmbr, CD wieder raus und reboot. Wieder nix. Da hab ich mich erstmal geärgert, nicht daß zum Schluß doch nicht von der Karte gebootet werden kann… immer diese billigen chinesischen Adapter… …fluch…
Na ja, eine Chance hab ich ja noch. Also wieder von Win-CD gebootet und neue Installation angeleiert. Aber diesmal mit dem guten alten FAT32. Vielleicht schmeckt ihm ja das besser. Und tatsächlich, der wechsel vom Textmode in den grafischen funktioniert und das System installiert ganz brav weiter. Frage mich bitte niemand warum das mit NTFS nicht wollte, echt keine Ahnung.
Wie auch immer, die Installation hat Stunden gebraucht. Und zwar nicht nur sprichwörtliche Stunden, sondern echte Stunden, also Vielfache von 60 Minuten. Da fing mir allmählich an was zu schimmern. Ui, stimmt ja, so ‘ne CF-Karte ist im Vergleich zu einer Festplatte nicht von der schnellen Sorte. Aber mal abwarten, vielleicht läufts nach der Installation ja flüssiger, schließlich werden dann nicht mehr so viele Daten kopiert und die niedrigen Zugriffszeiten der Karte machen sich bemerkbar.
Ätsch, nö, tun sie aber nicht. Also Windows läuft damit erbärmlich langsam. Bis man nen Browser offen hat vergehen schon mal gut und gerne 20 Sekunden, Systemsteuerung braucht auch ewig, dafür ist das Startmenü verdammt schnell da. Btw., der Startvorgang dauert auch viel länger.
Um mal zu sehen, wieviel Gas die Karte wirklich gibt, hab ich mal ein Benchmark davon gemacht. Zum besseren Vergleich hab ich auch ein Benchmark von meiner “normalen” Festplatte, einer Samsung SpinPoint SP2504C gemacht.
Also hier erstmal die Samsung-Platte:
Wie man sieht bringt sie einen durchschnittlichen Durchsatz von 57,2MB/sek bei einer Zugriffszeit von 14,1ms.
Zum Vergleich dann der Benchmark der CF-Karte:
Mit 13,1MB/sek Durchsatz ist die Karte ca. 4 mal langsamer als die SpinPoint. War zwar klar daß sie langsamer ist, aber gleich vier mal?? Wenigstens bei der Zugriffszeit sieht man mit 0,6ms eine Verbesserung um den sagenhaften Faktor 23,5.
Also Fazit von der ganzen Sache: Die winzige Zugriffszeit reißt den mageren Durchsatz leider nicht raus. Wer’s also selbst mal probieren möchte, der lasse es lieber bleiben, funktioniert echt nicht toll.