Archive for March, 2006

Neue blogger unterwegs

Echt, macht man einmal den Fernseher an, bereut man’s sofort.
Es lief gerade Werbung da preisen sie die neueste coole Kinderband auf dem Markt an: blog27.
Was soll der Name? Ist blogging inzwischen schon so modern dass auch Kinder voll drauf abgehn? Muss schon ein besonders medienträchtiges Wort sein damit es für Musikgruppen ausgeschlachtet werden kann. Ob die Nummer 27 wohl auch besonders “coolnessfördernd” ist?
Tja, da fehlt eigentlich auch nur noch ein mindestens gleichwertig-cooler Name für das Album. Und tatsächlich, die PR-guys haben auch schon einen gefunden, nämlich “<LOL>”.
Eine CD namens <LOL> von einer Gruppe namens blog27. Ich fass es einfach nicht.

Testbericht Griffin iTrip FM LCD mit Dock Connector

Seit längerem hatte ich jetzt schon vor, meinen iPod an mein Autoradio anzuschliessen. Liegt ja auch nahe, da auf einen iPod mehr Musik passt als auf zwölf CDs und eine Kassette, Radio kann man ja eh nicht zählen weil meistens eh nie was anständiges kommt.

Die neueren Radios bringen ja heutzutage oft schon einen iPod-Anschluss mit, zumindest einen Line-In-Eingang. Aber nö, mein Radio ist für sowas schon zu alt, sprich ich habe keine Möglichkeit, ein externes Gerät daran anzuschliessen. Also mal ein bischen nachgefragt und schon herausgefunden, dass es für JVC-Radios einen Adapter gibt, der aus dem CD-Wechsler-Anschluss einen 3,5mm Klinken Line-In Anschluss zaubert. Eigentlich genau das was ich brauche, jedoch funktioniert dann (logischerweise) der CD-Wechsler nicht mehr, weil ich den ja dann abstecken muss. Also irgendwie auch keine so gute Idee, weil wenn man den iPod mal nicht dabei hat, kann man nicht mal mehr auf CDs ausweichen und muss Radio hören (graus!).
Da blieb dann nichts anderes als weitersuchen. Und siehe da, der Himmel tat sich auf, Schalmeien erklangen, und in einer schimmernden Aura stieg die Lösung in Form eines Griffin iTrip FM LCD Dock zu mir herab. Ok, in Wirklichkeit verlief das alles etwas weniger episch, aber ich glaub man versteht, dass mir das Teil sofort einen “will-haben-Ausdruck” aufs Gesicht gezaubert hat.
Das Teil steckt man also einfach an den Pod an und dessen Musik wird mit einem Minisender auf FM-Frequenz ausgesandt, so dass man sein Autoradio nur auf die Frequenz einstellen muss und schon hat man seine Musik, ganz ohne Stecker und Kabel. Sehr elegant, gefällt mir.

So, jetzt will man sich ja nicht gleich beim Kauf in die Nesseln setzen, also erstmal Testberichte lesen. Die einzigen die ich gefunden habe bezogen sich alle auf die erste Version des iTrip, also noch ohne LCD und ohne Dockanschluss, sondern Anschluss auf der Oberseite. Das bedeutet natürlich, dass die Musik nicht mit Line-Pegel, sondern mit Kopfhörerpegel gesendet wird (ja, da gibt’s nen Unterschied). Auf jeden Fall waren die Berichte alle eher negativ. Tenor: Sendeleistung stark batterieabhängig, geringe Reichweite, schlechte Qualität.
Aber meine Wenigkeit will das Teil ja haben, also mal gehofft, dass die neue Version um einiges besser ist, als die alte (schliesslich ist das ja jetzt praktisch Rev. 3). Qualität könnte ja besser sein, schliesslich ist es ja Dock-Anschluss und hat auch sonst noch einige “features”:

One of iTrip’s innovative new features (something not found on any other FM transmitter) is selectable LX or DX modes of broadcasting, which allow you to adjust for the absolute best possible audio under real-world conditions. Even in large cities with lots of radio stations crowding the dial, iTrip’s DX Mode delivers a background noise level below that of a cassette tape adapter, allowing the music to punch through cleanly. The results are stunning.

Alles klar, gekauft!
Aber aufgepasst, die Preise für das Teil variieren doch sehr stark. Viele grosse Online-Shops haben dieses Modell erst garnicht, und die, die es haben, verlangen schon mal bis zu 60 Euro dafür. Also doch zu eBay und das Teil für knappe 40 bestellt.

Also heute kam das Teil dann endlich. Ich mich gefreut wie ein Schnitzel und gleich ausgepackt. Verpackung ist unspektakulär, Bedienungsanleitung ist innen auf den Karton gedruckt. Braucht man ja auch nicht wirklich, wie man von US-Mode auf internationalen Modus umstellt steht eh nicht drin, nur auf der Webseite. Ham sie wohl vergessen, die Schlingel…

itrip with my totally scratched ipod

Wie auch immer, das erstbeste Radio geschnappt das griffbereit war (sprich: mein Handy, lag gerade neben mir…), Kopfhörer eingestöpselt, Frequenz gesucht, und: Wunderbar, klappt super. Man hört zwar, dass die Verbindung per Luft gemacht wird, aber eigentlich erstaunlich wie gut das klappt.
Cool, mal sehen, ob ich die Qualität mit diesem ominösen LX/DX-Modus irgendwie verbessern kann. Ha, Pustekuchen. “… absolute best possible audio under real-world conditions. … The results are stunning.”. LX/DX bedeutet laut Bedienungsanleitung nichts anderes als Stereo/Mono. Naja, mal wieder typisches Buzzword-Bashing.
Egal, ab ins Auto, will sehen, wie’s dort funktioniert, schliesslich hat das Teil ja nen Zweck zu erfüllen.

Beim in-die-Hand-nehmen fällt dann gleich mal das erste Manko auf: der/das iTrip hält am iPod nur über den kleinen Dock-Connector. Man braucht davon also nicht so wirklich viel Stabilität erwarten, ich schätze mal, das könnte man ohne viel Mühe per Hand abbrechen.

iTrip's dock connector

Beim genaueren Betrachten des iTrips gab’s aber dann auch gleich einen Pluspunkt: Das Teil hat unten einen Mini-USB Anschluss, somit kann das Teil auch während der Fahrt aufgeladen werden, somit wäre das “batterieabhängig-Argument” schon mal gegenstandslos.

iTrip mini-usb connector

Aber egal, ich wollte ja ins Auto damit und “absolute best possible audio” unter “real-world conditions” testen.
Also rein in’s Gefährt, Radio an, kurzes Tuning und…
Enttäuschung! Klingt zwar ähnlich gut wie im Handy, jedoch Rauschen, wie wenn man den Sender nur schlecht eingestellt hätte. Sch***, Geld hätte ich mir auch sparen können. Naja, egal, erstmal losfahren. Hm, hm, immer noch nicht besser. Mal sehen ob’s was bringt wenn ich auf DX umstell… …nö, bringt nichts, also wieder zurück auf LX bzw. Stereo. Dann hab ich mir das Teil mal genauer angesehen:

iTrip's back

Der graue Streifen auf der Rückseite scheint eine Litze zu sein, also halte ich dieses Ding mal für die Antenne. Der iPod lag auf meinem Beifahrersitz, mit der Antenne natürlich in Richtung Sitzpolster. Wenn man den iPod nun aber umdreht, sprich mit der Antenne nach oben funktioniert’s auf einmal besser. Zwar stört es immer noch hie und da mal kurz, ist aber auf jeden Fall erträglich.

Das war er nun, mein erster Eindruck. Meine Testfahrt hat nur ca. 10 Minuten gedauert, aber weitere Testfahrten folgen mit Sicherheit noch, bin mal gespannt, wie sich das Ding in der Alltagspraxis bewährt, vor allem wenn man weit fährt und sich die Frequenzen der Radiostationen ändern. Mal sehen, wie oft man den/das iTrip nachtunen muss.

Bleibt als Fazit eigentlich nur folgendes zu sagen:
Bisher habe ich den/das iTrip noch nicht ausgiebig getestet und kann daher auch nur von einem ersten Eindruck sprechen, jedoch besticht das Teil bis jetzt auf jeden Fall mehr durch seinen geek-Faktor als durch seine Audioqualitäten und scheint wohl keine dauerhafte Lösung für’s Auto zu sein. Wer allerdings nicht auf diese Übertragungstechnik verzichten will und etwas elektronisches Geschick mitbringt, der kann sich so ein Teil selbst zusammenbasteln und damit gleich alle Autos in ein paar Kilometern Reichweite mitversorgen.
Ist zwar illegal, macht aber bestimmt klasse Empfang!

Neulich bei google

Bin gerade auf google’s google talk service gestossen. Gut, ist zwar nicht so neu, es geght aber auch um was anderes. Bei der Liste der kompatiblen Clients steht einer namens “Psi”. Wollt ich mal wissen, was das für einer ist. Google liefert praktischerweise gleich eine Schritt-für-Schritt Installationsanleitung dafür, in der sich folgender interessante Satz versteckt (Hervorhebung von mir), gefolgt von einem Bild:

Once you’ve configured Psi to connect to the Google Talk service, you may receive a warning message that stating that the ‘gmail.com certificate failed the authenticity test. This error message is incorrect; click ‘Continue’ to sign in.

google authentication

Was heisst hier “incorrect”? Das ist doch wohl perfectly correct!
Da bemühen sich alle möglichen Institutionen, Verschlüsselung und sichere Verbindungen dem “Endnutzer” schmackhaft zu machen (den meisten Benutzern geht sowas nämlich traurigerweise am A… vorbei), und dann kommt so eine “vertrauensvolle Firma” (google = gross = Name aus Fernsehen bekannt = vertrauensvoll) und erklärt den Nutzern, dass sie nicht auf Sicherheitswarnungen schauen müssen, weil sie “incorrect” sind.
Eigentlich is ja auch nicht schlimm, ist ja bloss ein selbstzertifiziertes Zertifikat, aber trotzdem.

Note to self: bei Zeiten mein Blog von “notepad” zu “Der Prinzipienreiter” (merkt jemand die Namensanalogie?) umbenennen.

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